Roboter-Typen
aus RN-Wissen, der freien Wissensdatenbank
Gerade beim Roboterbau ist eine Klassifizierung etwas willkĂŒrlich, da ja jede beliebige Kombination von Eigenschaften und Antriebsarten möglich ist, und gerade Ungewöhnliches hochinteressante Lösungen hervorbringt.
Trotzdem hat jede Variante ihre speziellen VorzĂŒge aber auch Probleme, sowohl, was den Antrieb, als auch die dazu erforderliche Sensorik und letztlich die Navigation betrifft
Es soll sich durch die folgende Systematik niemand gehindert fĂŒhlen, Flugzeuge zu bauen, die ggf. auch unter Wasser voll funktionstĂŒchtig sind.
Inhaltsverzeichnis |
Landfahrzeuge
Roboter mit RĂ€dern
NatĂŒrlich ist die Anzahl der RĂ€der das wichtigste Unterscheidungsmerkmal. Aber auch die Anordnung, Antrieb und Lenkung kann Mischformen erzeugen, die schwer einzuordnen sind.
Weniger als drei RĂ€der
- Ein Rad
Das ist natĂŒrlich ein absolutes Balance-KunststĂŒckchen. Es wĂ€re interessant, ob sich schon jemand dieser Herausforderung gestellt hat.
Unter http://www.boltontech.org.uk/loonycycle.htm kann man einen interessanten Ansatz finden. (Gefunden im Beitrag von RCO unter http://www.roboternetz.de/phpBB2/zeigebeitrag.php?t=6791)
- Zwei RĂ€der hintereinander
Also ein Motorrad. Durch geeignent Vorlauf der Vorderrades hat ein solches Fahrzeug eine gewisse EigenstabilitÀt. Es gibt ja auch RC-Modelle
- Zwei RĂ€der nebeneinander
Auch hier ist das Gleichgewicht das Hauptproblem. Abgesehen davon hat ein solches Fahrzeug aber die gleichen oder sehr Àhnlichen Probleme wie die beliebte folgende Variante
- Zwei RĂ€der mit StĂŒtzrad
Zwei HauptrĂ€der werden mit Getrieb- oder Schrittmotoren unabhĂ€ngig angetrieben. Ein rein passives StĂŒtzrad, Ă€hnlich wie bei den Einkaufwagen im Supermarkt (da sind es aber zwei), unterstĂŒtzt das fahrzeug an einem dritten Punkt. Oft, gerade bei kleineren Modellen, wird diese Rolle auch einfach von halbierten TischtennisbĂ€llen oder Ăhnlichem ĂŒbernommen.
Komplett-BausÀtze: ASURO
CHASSIS:
Es sind fertige Chassis mit Motoren erhĂ€ltlich, die nurmehr mit der Elektronik, Sensorik und Stromversorgung ergĂ€nzt werden mĂŒssen
Drei RĂ€der
- Wenn ein Rad gezielt lenkbar ist, können die beiden anderen RÀder, dann aber mit Differential, auch gemeinsam von einem Motor angetrieben werden.
- Hat das gelenkte Rad auch den Antrieb ĂŒber, sind die beiden anderen als passive NachlĂ€ufer ausgefĂŒhrt (Auto-Scooter)
Drei RÀder OmniWheels (AllseitenrÀder)
Die Radachsen dreier spezieller RĂ€der sind im Winkel von 120° angeordet. Alle drei sind angetrieben. Dadurch ist ohne Drehen eine Bewegung in alle Richtungen möglich. Diese Methode wird gerne bei "FuĂball-Robotern" angewendet, da dadurch im Zentralrechner die Orientierung der Feldspieler nicht berĂŒcksichtigt werden muĂ.
Vier RĂ€der
Bei vier RÀdern gibt es verschiedene Montagemöglichkeiten der RÀder.
Zum einen kann man alle RĂ€der fest montieren, sodass die Bewegung der RĂ€der beim Einlenken entfĂ€llt. Folglich bewegt der Roboter sich wie ein Panzer. Wenn man auf der Stelle drehen will, lĂ€sst man die RĂ€der rechts und links vor und zurĂŒck drehen. Bei Kurven mit einem Radius x ist dem entsprechend der Abrieb der RĂ€der groĂ, da die inneren RĂ€der auch bei einem Differenizel (egal ob ĂŒber Software oder Mechanik realisiert) seitlich ĂŒber den Untergrund geschoben werden.
Die andere Möglichkeit ist das Einlenken der RÀder nach der Ackermann-Lenkgeometrie. Dabei ist es egal, ob alle RÀder eingelenkt werden oder nur die vorderen/hinteren.
Diese Variante mit vier RĂ€dern wird wohl am ehesten angewendet werden, wenn ein RC-Modellauto zum Roboter umfunktioniert wird. Oder es wird ein flinker Off-Road-Flitzer angestrebt.
FĂŒnf RĂ€der ?
Das mĂŒĂte man wohl eher als Drei-Rad mit doppelt ausgefĂŒhrtem Nachlauf oder Antrieb sehen. Also ein Sattelschlepper mit ein-rĂ€driger Zugmaschine
Sechs und mehr
- mit entsprechender Lenkgeometrie gilt alles, was auch fĂŒr 4-RĂ€der gilt
- oder die RĂ€der sind nicht lenkbar, dann kommen wir in das Bereich der Gleiskettenfahrzeuge
Raupen
An jeder Seite des Fahrzeugs befinden sich unabhĂ€ngig angetriebene Fahr-Ketten. Die Steuerung erfolgt eigentlich Ă€hnlich wie bei den 2-Rad-Robbies mit StĂŒtzrad oder -rolle. Gerade fĂŒr den Off-Road-Betrieb bei lockerem Untergrund und bei gröĂerem Gewicht hat diese Bauweise sicher einige VorzĂŒge.
Beispiel FertiggerÀt: CCRP5
oder Eigenbau mit Ketten-Chassis (Chassis Catwiesel Modell + RN-Boards)
Beine
Meistens werden die GliedmaĂen mit Servos bewegt. Dabei entsteht das Problem, daĂ dadurch auch das Gewicht des Vehikels auf den Servos lastet.
Und, die gröĂte Herausforderung: Jede Detailbewegung muĂ aktiv gesteuert werden. Einige Ăberlegungen zu Beinen
Ein Bein (Monopode)
Ziemlich schwierige Sache. Nur Profis wagen sich an diese Sache heran, fĂŒr alle anderen wird es ein Traum bleiben.
Zwei Beine (bipede)
siehe Humanoid
Drei Beine (Tripode)
Es kann sich immer nur ein Bein heben, denn sonst fÀllt der Bot um.
Vier Beine (Quadrupede)
Als Vorbilder dienen hier meist nicht die Wirbeltiere, sondern meist ist die Gestaltung doch echsenartig (Krokodil, Waran)
Sechs Beine (hexapode)
Es wird gerne mit Spinnen verglichen, obwohl die doch eigentlich acht Beine haben, aber das soll keinen stören.
Noch mehr Beine
- entweder wirklich spinnenartig, mit allen Vor- und Nachteilen, die diese Bauweise mit sich bringt
- Oder ganz anders, wie z.B. Raupen.
Spezialist fĂŒr ....poden: Lynxmotion
Reptilien
Hier wird die Fortbewegung durch den gesamten Körper erreicht. Das ist sicher eine sehr spezielle Bauweise, die aber durch entsprechend gelenkigen Rumpf und Servos durchaus möglich erscheint. Auch fĂŒr U-Boote wĂ€re das denkbar, also dann Fisch-Roboter.
Wasserfahrzeuge
Schiffe
Motorboote geben wohl fĂŒr die Robotik wenig her, aber bei Segelbooten gibt es fĂŒr Kontroller einiges zu tun. Meistens beschrĂ€nkt man sich auf Teil-Automatisierungen bei RC-Modellen.
U-Boote
Unterwasserfahrzeuge oder Tauch-Roboter sind eine sehr interessant Aufgabe. Gerne mit Videokamera(s) ausgestattet, eröffnet sich damit eine völlig neue Welt, die ohne teure AusrĂŒstung und Schulung dem NormalbĂŒrger (oder jugendlichem Bastler) vollkommen verschlossen wĂ€re. Im RN Forum befindet sich ein Thread in welchem der Bau eines solchen Tauchroboters detailiert beschrieben wird. NatĂŒrlich ist es anspruchsvoll, ein Fahrzeug wirklich dicht zu bekommen. Es werden Dichtungen benötigt die je nach Tauchtiefe bis zu 10Bar aushalten mĂŒssen, berechnet wird nach der alten Faustformel: 1 Bar Druck = 10 Meter Tauchtiefe, 2 Bar = 20 Meter usw. Aber viel schwieriger ist es, mit und ohne Kabel eine Kommunikation zu einer Land-Station aufzubauen, ĂŒber die auch das Video-Signal ĂŒbermittelt werden kann, und ohne dem ist es natĂŒrlich nur der halbe SpaĂ. Originale U-Boote verwenden UKW-Frequenzen fĂŒr den Funk, RC-Modelle werden mit einer 27Mhz Anlage gesteuert, leider sind (je nach Entfernung zum Sender) nur Wassertiefen von bis zu 5 Metern möglich. Je höher die Frequenz desto geringer die erreichbare Wassertiefe, 400Mhz schaffen gerade mal noch 50cm und bei 800Mhz sind nur noch schlappe 10cm erreichbar. Um einen solchen Bot an ein Kabel zu hĂ€ngen werden hĂ€ufig Multicore-Kabel eingesetzt, diese sind aber auch entsprechend teuer. Auch mit der Navigation ist es so eine Sache. GPS funktioniert unter Wasser nicht, und TrĂ€gheitsnavigation mit Beschleunigungsmessern ist mit der erforderlichen Genauigkeit auch eine beachtliche Rechenleistung.
Luftfahrzeuge
Luftschiffe
Nach dem Prinzip "Leichter als Luft" wĂ€ren einige Lösungen möglich. SchlieĂlich kann auch jeder Luftballon vom Jahrmarkt fliegen. FĂŒr Robotik-Anwendungen werden aber doch eher Luftschiffe mit mehr oder weniger starrem Körper gewĂ€hlt, da doch mehr Bewegungskontrolle möglich ist. Die gröĂte Schwierigkeit scheint es zu sein, ausreichende Mengen von nicht brennbarem (Edel-)Gas zu bekommen (zu menschlichen Preisen). Von Versuchen mit Wasserstoff muĂ dringend abgeraten werden
Flugzeuge
Technisch handelt es sich um Flugmodelle, wobei die Stabilisierung und -meist eingeschrĂ€nkt- die Steuerung durch Kontroller erfolgt. Aber schon die Stabilisierung fĂŒr sich ist Ă€uĂerst anspruchsvoll. Es sind alle möglichen Raumlagen des GerĂ€ts zu erfassen, und das naturgemÀà recht genau und recht schnell. Und auch die dann erforderlichen MaĂnahmen mĂŒssen mit viel FeingefĂŒhl gesetzt werden. VerschĂ€rft wird alles durch das hohe Risiko der Zerstörung bei AbstĂŒrzen durch auch nur geringfĂŒgige Fehlfunktionen
DrehflĂŒgler (Hubschrauber)
WĂ€hrend FlĂ€chenflugzeuge bei gutmĂŒtiger Bauart noch eine gewisse EigenstabilitĂ€t haben, ist der Hubschrauberflug doch erst mit einiger Ăbung sicher zu beherrschen.
DarĂŒber hinaus treffen die Aussagen, die bei Flugzeugen gemacht wurden, auch hier zu. Das dort genannte Risiko der Zerstörung ist allerdings nochmal höher, da die GerĂ€te meist auch noch wesentlich teurer sind
Quadrokopter (Mikrokopter)
Diese Art des Luftfahrzeuges erfreut sich groĂer Beliebheit, da es durch die Anordnung von 4 Rotoren sehr prĂ€zise und leicht zu steuern ist. Auf jedenfall einen Blick wert!
Andere Fahrzeuge
Hovercraft
Letztlich könnte man solche GerĂ€te den Landfahrzeugen zuordnen, aber sie können sich auf jedem Untergrund bewegen, der ausreichend eben ist. Auch Fahrzeuge, die mit dem "Ground Effekt" arbeiten, kann man dazurechnen, die sind aber doch am Besten fĂŒr WasseroberflĂ€chen geeignet. Schwierig ist es, Sensoren fĂŒr die Odometrie zu wĂ€hlen, da kein direkter Kontakt mit dem Untergrund da ist. Vielleicht findet sich aber einmal ein Weg, das Prinzip der "optischen Maus" irgendwie zu Anwendung zu bringen.
StationÀre Roboter
In diese Gruppe fĂ€llt wohl alles, was sich zwar nicht von der Stelle bewegt, trotzdem fĂŒr seine Aufgaben aber Sensoren und Aktoren braucht.
Es können nur Beispiele angefĂŒhrt werden
- Greifarme
Werden manchmal auch auf Fahrzeugen montiert.
- CD-Wechsler
- Plotter
- Aquarien- u. Terrariensteuerungen





